Sabatina spricht bei Konferenz in New York

Aus Sicherheitsgründen fand die “Honor Violence Conference” für Sozialarbeiter und Vertreter von Justizministerien und FBI am 6. Juni 2011 unter Ausschluss von Öffentlichkeit und Presse statt. Deshalb berichte ich selbst von der Konferenz, bei der ich mir das Mikrofon teilte mit:

  • Nazir Afzal, OBE (Oberstaatsanwalt in London), der zahlreiche Fälle von Ehrenmorden in England strafrechtlich verfolgt hat. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem von Queen Elizabeth mit dem OBE, Order of the British Empire
  • Laura M. Reckart, Staatsanwältin im Prozess um den ersten international bekannt gewordenen Ehrenmord in den USA, bei dem die 20-jährige Irakerin Faleh Almaleki aufgrund ihres „westlichen“ Lebensstils von ihrem Vater ermordet wurde
  • Ayaan Hirsi Ali, Politikerin, Vorsitzende der AHA Foundation mit Sitz in den USA

Nazir Afzal schilderte eindrücklich, wie die britische Regierung bislang über 400 britische Staatsbürgerinnen pakistanischer Herkunft nach England zurückholte, die im Heimatland der Eltern zur Ehe gezwungen wurden. Außerdem machte er auf das Problem aufmerksam, dass Ehrverbrechen nach „westlicher“ Logik schwer vorstellbar seien. Den Opfern werde deshalb oft nicht geglaubt. Diese These verdeutlichte er anhand des Falles von Banaz Mahmood, die von ihrer Familie in England ermordet wurde, weil sie einen Freund hatte. Die Polizei nahm das Mädchen nicht ernst und verweigerte ihr die Hilfe. Banaz wurde von ihrem Vater und ihrem Onkel grausam hingerichtet.

Im Anschluss an diesen erschütternden Vortrag berichtete ich, wie die österreichische Polizei und alle sozialen Stellen versagten, als ich ihre Hilfe suchte. In diesem Zuge erläuterte ich die Hintergründe, warum oft den Tätern mehr Glauben geschenkt wird als den Opfern.

Die Rede von Laura M. Reckart behandelte die unfassbare Realität, dass Ehrenmörder selbst nach der Tat das Opfer als schuldig betrachteten und nicht sich selbst. Außerdem beschrieb sie, wie Richter in Fällen von Ehrverbrechen aus Kulturrelativismus mildere Urteile fällen.

Ayaan Hirsi Ali klärte über die Unterschiede zwischen häuslicher Gewalt und Gewalt im Namen der Ehre auf. Anhand einiger Beispiele legte sie dar, wie Ehrenmorde oft zu „Familiendramen“ oder „Eifersuchtstaten“ umgedeutet werden, obwohl sie kulturell bzw. religiös motiviert sind.

Nach den Vorträgen der Spezialisten fand eine Podiumsdiskussion statt, in der Fragen beantwortet wurden.Teilgenommen haben:

FBI
New York Police Department (NYPD)

New York Asian Women’s Center

New York County District Attorney

NOW-NYC

NY State Court System – Bronx Domestic Violence Complex

NYC Criminal Justice Coordinator / NYC Mayor’s Office

NYC Department of Probation

NYC Department of Youth and Community Development

NYS Office of Temporary and Disability Assistance – Bureau of Refugee & Immigrant Assistance

Queens Family Court (Court Attorney Referee)

Singer Foundation

The Newsweek Daily Beast Company

U.S. Attorney’s Office (EDNY)

Women’s City Club

Worldwide Orphans Foundation